Blog vs. Kundenmagazin bei Banken

Blog vs. Kundenmagazin bei Banken

Wir schreiben das Jahr 2016 und die digitale Revolution schreitet voran. Nahezu alle Lebensbereiche werden Schritt für Schritt digital transformiert mit dem Ziel, dass wir am Ende so ziemlich jeden alltäglichen Vorgang jederzeit und von überall mit unserem Smartphone erledigen können.

Das klappt beim Shopping, beim Filmegucken, beim Reisebuchen und bei den Bankgeschäften sowieso. Über die Hälfte der Girokonten in Deutschland werden inzwischen online geführt. Viele Kunden betreten ihre Bankfiliale monatelang nicht. Und auch bei komplizierteren Produkten wie Darlehen, Geldanlage oder Börsengeschäften wächst die Zahl der digitalen Möglichkeiten und derer, die sie nutzen, ständig.

Das ist einerseits gut für die Banken, denn der Aufwand für Routineaufgaben verringert sich. Damit bleibt mehr Zeit für die individuelle und ganzheitliche Beratung der Kunden. Und andererseits ist das nicht so gut für die Banken, denn ein Kunde, der nicht mehr so häufig in die Filiale kommt, fühlt sich der Hausbank irgendwann weniger verbunden und geht beim Abschluss von Finanzprodukten schneller mal fremd.

Digital oder print? – Ja!

Kundenkommunikation ist deshalb das Gebot der Stunde: Den Kontoinhaber und Darlehensnehmer immer und immer wieder daran erinnern, dass seine Bank nicht nur der Verwalter seines Kontos ist, sondern viel mehr darstellt und kann.

Besonders regionale Genossenschaftsbanken und Sparkassen setzen zunehmend Fantasie und Budget ein, um den großen Marken und Online-Banken ihre ganz eigene Story entgegenzusetzen. Natürlich auch digital: mit Magazin, Website, Newsletter und – neuerdings immer häufiger – mit einem Blog.

Die PSD Bank Rhein-Ruhr, die noch vor drei Jahren das 16-seitige Magazin „Geld & Gewinn“ in zeitweise sechsstelliger Auflage per Post an ihre Kunden verschickte, hat dieses Medium inzwischen eingestellt und durch ein Kundenblog ersetzt. Meike Keusemann, bei der PSD Bank Rhein-Ruhr zuständig für Social Media: „Parallel zum Blog haben wir unsere Social Media-Aktivitäten auf Facebook und Twitter ausgebaut. Wir berichten über neue Produkte und Services und über die zahlreichen Aktivitäten und Charity-Aktionen unserer Bank in der Region. Da die „Geld und Gewinn“ nach wie vor das offizielle Mitteilungsorgan der Bank ist, verschicken wir weiterhin zwei Mal pro Jahr ein Mailing mit Informationen an Kunden bzw. Mitglieder.“

Wirft die digitale Revolution also alles Gedruckte allmählich in den Altpapiercontainer der Geschichte? Nein, sagt man sich bei der VR-Bank Schwalm-Eder in Nordhessen. Hier hat man gerade erst das Kundenmagazin „Meine Bank“ ins Leben gerufen – auf Papier – und ist sicher, damit ein zeitgemäßes Medium zu haben: „Das Kundenmagazin“, sagt Vorstand Stefan Kördel, „ist unsere emotionale Brücke zu unseren Kunden, vor allem aber auch zu den Mitgliedern unserer Genossenschaftsbank. Gerade weil viele Menschen nicht mehr so oft in unsere Geschäftsstellen kommen.“

Das Kundenmagazin „Meine Bank“ rückt Kunden und Berater in den Mittelpunkt und betont die regionale Verbundenheit der Bank. „Ein gedrucktes Magazin,“ so Kördel weiter, „ist auch ein Ausdruck von Wertschätzung dem Kunden gegenüber. Wir haben sehr viel positive Resonanz bekommen.“ Die VR-Bank Schwalm-Eder fusioniert 2017 mit zwei VR-Banken in Nordhessen und nutzt das Magazin auch als Instrument zur Erklärung der anstehenden Veränderungen.

Doppelt hält besser

Auf Blog und Magazin als sich gegenseitig ergänzende Medien setzt man bei der PSD Bank Köln. Dabei ist das Blog „Die aufrichtige Bank“ der Kanal für Hintergrund und Informationen rund um Bankthemen und Produkte. Das Magazin „Geld & Gewinn“ hat darüber hinaus die Funktion, Mitglieder der Genossenschaftsbank zu informieren und neue Mitglieder zu gewinnen. Christian Dorn, Leiter Marketing, dazu: „Wir wissen, dass wir Kunden haben, die das Gedruckte durchaus zu schätzen wissen. Das sind nicht unbedingt die gleichen Menschen, die wir über unser Blog erreichen. Unsere Blogbeiträge werden zunehmend von Menschen gefunden, die noch gar nicht Kunden der Bank sind und die wir auf diesem Wege für uns interessieren können.“

König Content

Die alte Internetweisheit „Content is king“ gilt für Banken mehr denn je. Zinssätze sind überall niedrig und taugen kaum als Wettbewerbsmerkmal. Also sollte man über Serviceleistungen und Image den Kunden ansprechen und binden – das ist über interessante Beiträge, über News und Hintergründe auf jeden Fall wirksamer als über Werbesprüche.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.