Corporate Superheroes statt Maulkorb für Mitarbeiter

Corporate Superheroes statt Maulkorb für Mitarbeiter

Der Sinn und Zweck von Richtlinien zur Nutzung sozialer Medien in Unternehmen sollte heute unstrittig sein. Zwar richten sich die Guidelines in erster Linie an die Kollegen, die bereits auf sozialen Plattformen kommunizieren, aber: im Zweifelsfall setzt man zu viel Medienkompetenz voraus. Es gibt aber auch einige Beispiele von Unternehmen, die gut vormachen, wie man Regeln aufstellt, ohne mit dem gehobenen Zeigefinger zu belehren.

Und der HERR sprach zu Mose: Komm herauf zu mir auf den Berg und bleib daselbst, daß ich dir gebe steinerne Tafeln und Gesetze und Gebote, die ich geschrieben habe, die du sie lehren sollst. (2.Mose 24.12)

Social Media Guidelines für Unternehmen folgen in der Regel einem ähnlichen Muster wie die Zehn Gebote im Alten Testament: Derjenige, der Sie aufstellt, sieht die Regeln als unumstößliche Gesetze. Der für den sie bestimmt sind, nimmt sie bestenfalls zur Kenntnis – häufig ohne die tiefere Idee dahinter zu verstehen. Verstehen und Verständnis sind aber letztendlich essentiell, wenn Regeln einem höheren Zweck dienen sollen. Dass nämlich Betriebsgeheimnisse und andere Interna nicht öffentlich ausgeplaudert werden, nicht über den Wettbewerb oder unliebsame Kollegen hergezogen wird oder man nicht nur sich selber durch Peinlichkeiten diskreditiert, sondern seinen Arbeitgeber gleich mit. Warum aber Web 2.0 mit Steintafel oder Papier einschränken, wenn die Medien alles mitbringen, um sie selbst verständlich zu machen?

Statt Arbeitsverträgen ein mehrseitiges Regelwerk anzuhängen, empfiehlt es sich also, eine Form zu wählen, die Kollegen nicht langweilt oder einschüchtert, sondern sie überzeugt – und unterhält. Vermitteln Sie doch Ihre Firmen- und Social Media Ethik mit zeitgemäßen Medien. Bilder sprechen dabei mehr als Worte, bewegte Bilder sind noch viel deutlicher. Gute Beispiele für Social Media Guidelines in Videoformat bringt etwa…

Linde Group


Oder

Bene Office Furniture

Mitarbeiter als Social Media Superhelden

Quelle: http://http://smg.adidas-group.com/i

Die Adidas Gruppe stellt Ihren Mitarbeitern sogar eine eigene Themenseite im Comic-Stil zur Verfügung. Dass ‚Sue Social and the Media Man‘ überzeugender sind als Arbeitsanweisung #135a, dürfte schon mit einem flüchtigen Blick auf die Seite klar werden. Die Adidas Macher haben einen bemerkenswerten Job hingelegt. Warum? Weil sie ihre Zehn Social Gebote in ein Format gepackt haben, das Spaß macht. Darüber hinaus erklären sie noch, welche Medientypen unter den Begriff ‚Social Media‘ fallen. Und das alles, ohne als Lehrer Lämpel zu erscheinen. Diese Aufbereitung sieht man sich auch gerne zum zweiten oder dritten Mal an.

Weniger Angst, mehr Spaß

Social Media birgt für viele Unternehmen ein Gefahrenpotential. Etwa dass ihre Mitarbeiter das Unternehmen schlecht aussehen lassen. Dass Externe einen Shitstorm über dem Unternehmen ausgießen. Oder dass Produkte oder Services vor der offiziellen Einführung bekannt werden. Am besten wäre es für viele Unternehmen wohl, wenn diese sozialen Medien einfach wieder verschwinden würden. Wer so denkt, hat aber die Chancen von Social Media nicht erkannt. Ein im sozialen Kosmos stummer Mitarbeiter ist für sein Unternehmen verschenktes Potential. Die Angestellten sind schließlich die ersten und besten Botschafter und Testimonials ihrer Firma und ihrer Marke. Das gilt für die eigenen Produkte und Dienstleistungen genauso, wie es darum geht, sich als starker Arbeitgeber für neue Mitarbeiter zu präsentieren.

Wie man spielerisch Krisen abwendet bevor sie entstehen, haben die Beispiele gezeigt. Machen Sie das Beste daraus…