Website-Relaunch: So verhindern Sie den „Ranking-Knick“

Website-Relaunch: So verhindern Sie den „Ranking-Knick“

Der Relaunch einer Website soll ja eigentlich den Fortschritt bringen: Ein frisches, zeitgemäßes Layout, ansprechenden Content, eine zielgruppengerechte Ansprache, eine intuitivere Navigation, ein besseres Nutzungserlebnis, eine gelungene Einbindung von Social-Media-Elementen, mehr Konversionen, usw., usw. In Bezug auf das Suchmaschinen-Ranking führt ein Relaunch aber nicht selten zum „Ranking-Knick“. Manchmal gar zum Suchmaschinen-Absturz. Im schlimmsten Fall zum richtigen SEO-Desaster. Wie lässt sich das verhindern?

Google kennt Ihre bisherige Website gut. Der Webcrawler von Google hat die Seiten Ihres Internetauftritts schon oft besucht, sich „durchgeklickt“, URLs, Seitentitel und Beschreibungen indexiert. Mit der Zeit hat sich jede Seite – je nach Suchbegriff – ein bestimmtes Ranking „erarbeitet“. Doch mit einem Relaunch kann sich das alles schlagartig ändern. Meist ist alles neu: die Navigationsstruktur, die Inhalte, die interne Verlinkung, URLs, Seitentitel und Beschreibungen.

Bis Google diese Inhalte neu indexiert hat, kann eine gewisse Zeit vergehen. Zwischenzeitlich werden in den Suchtreffern dann Links auf nicht mehr existente Inhalte angezeigt, mit der Folge, dass potentielle Besucher die Inhalte Ihrer Websie nicht mehr unmittelbar erreichen können. Und dann vielleicht sogar mit einem weiteren Klick beim Wettbewerber landen.

Und selbst wenn bereits die neuen Website-Inhalte indexiert wurden, müssen diese noch durch den Google-Algorithmus bewertet werden. Auch das kann zeitweilig zu einem schlechteren Ranking führen.

Der Vorher-Nachher-Vergleich

Um mögliche Probleme schnell erkennen zu können, ist eine Analyse des Ist-Zustands erforderlich. Dokumentieren Sie deshalb vor dem Relaunch die wichtigsten Kennziffern zum bisherigen Suchmaschinen-Ranking. Nutzen Sie dazu z.B. Google Analytics bzw. die Google Search Console.

  • Wie viele Besucher Ihrer Website kommen über Google (absolut und prozentual)?
  • Über welche Keywords werden Seiten Ihrer Website bei Google gefunden und anschließend besucht?
  • Auf welchen Positionen werden diese Suchtreffer in den Google-Suchergebnissen gezeigt?

Wenn Ihnen nach dem Relaunch das erste Reporting zur neuen Website zur Verfügung steht, können diese Zahlen dann zum Vergleich herangezogen werden.

Der Tag X: Start der neuen Website

Zum Start der neuen Website sollten Sie den Google Crawler direkt zum Besuch vorbeischicken. Das geht ebenfalls über die Search Console. Die Indexierung der neuen URLs und Inhalte geht in der Regel relativ schnell. Welche Einzelseiten Ihres Webauftritts bei Google aufffindbar sind, können Sie direkt in der Google-Suche über folgende Eingabe prüfen: site:www.ihre-domain.de

Sinnvoll ist es zudem, dem Crawler über eine sog. XML-Sitemap alle URLs Ihrer neuen Website direkt bereit zu stellen. Sollen einzelne Seiten nicht auffindbar sein, können diese über eine robots.txt-Datei gesperrt werden.

Doch wie lässt sich verhindern, dass noch nicht aktualisierte Suchtreffer, die noch auf die alten URLs verweisen, nach dem Relaunch ins Leere laufen? Dazu sollte Ihr Webmaster einzelne feste Verweise – sog. 301-Weiterleitungen – von den alten zu den neuen URLs anlegen, die in der Konfigurationsdatei „.htaccess“ des Webservers hinterlegt werden. Damit wird gleichzeitig verhindert, dass Links von externen Websites ihr Ziel nicht mehr erreichen.

„Tote Links“ und kreative 404-Seiten

Unabhängig von den direkten Weiterleitungen sollten sog. „tote Links“ auch über eine 404-Fehlerseite abgefangen werden. Etwas mehr als ein plumpes „not found“ darf es aber dann doch sein. Machen Sie es Ihren Besuchern leicht, den gewünschten Inhalt direkt über die 404-Seite doch noch zu finden. Zum Beispiel über eine Sitemap bzw. eine Volltextsuche. Und solch ein Vorfall muss noch nicht einmal zu einer negativen User-Experience führen – wenn nämlich der Webmaster eine besonders kreative Variante einer 404-Seite umgesetzt hat.

Schon mit diesen Maßnahmen müsste Ihr Website-Relaunch aus SEO-Sicht ziemlich reibungslos über die Bühne gehen.

Der Idealfall: SEO wird selbst Entwicklungsziel einer neuen Website

Struktur, Content, Programmierung – wenn man bedenkt, dass alle Kernbereiche eines Website-Relaunches sich unmittelbar auf die Auffindbarkeit in Suchmaschinen auswirken, dann kann es eigentlich nur eine Schlussfolgerung geben: Die Verbesserung des Suchmaschinen-Rankings sollte selbst ein erklärtes Ziel eines Website-Relaunches sein.

Gute gemachte Suchmaschinenoptimierung ist keine einmalige Aktion, sondern ein kontinuierlicher Prozess – und sollte auch nicht nur während eines Relaunches ganz oben auf der Agenda stehen. Denn: Nach dem Relaunch ist vor dem Relaunch. Und der nächste Relaunch ist immer der schwerste.

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