Very Pinteresting – Markenkommunikation mal anders

pinterest_badge_redBilder sammeln, zeigen und mit anderen teilen – Pinterest ist die moderne Interpretation der guten alten Sammelordner, von der sich vor allem die Damenwelt begeistert zeigt. Rasch entwickelte sich die Plattform zum Social Network-Treffpunkt für Frauen, in dem Mode, Deko und leckere Rezepte zu dominieren scheinen. Doch der Schein trügt. Pinterest ist viel mehr als eine Sammlung hübscher Bilder. Es kann ein wahrer Trafficbringer sein – wenn man es richtig angeht. Gerade für Unternehmen lohnt es sich daher, sich näher mit der Plattform vertraut zu machen.

Facebook, Twitter, Instagram… So langsam haben wir uns dran gewöhnt, dass mehr und mehr Soziale Netzwerke den Markt erobern. Aber brauchen wir jetzt auch noch Pinterest? Die Antwort lautet „Ja“. Denn nach ihrem ersten Hype in den USA gewinnt die Plattform nun auch hierzulande sichtlich an Bedeutung.

Der Yale-Absolvent Ben Silbermann hat Pinterest zusammen mit seinem Kommilitonen Paul Sciarra und dem Designer Evan Sharp entwickelt. Inspiriert wurde Silbermann dabei vermutlich von seiner ausgeprägten Leidenschaft für’s Sammeln, die ihren Anfang bereits in seiner Kindheit nahm.

Innerhalb von vier Jahren ist das Netzwerk zu einem Unternehmen gereift, das mehr Web-Traffic als Twitter, Google+ und LinkedIn zusammen produziert. Die jüngste Großinvestition des US-Finanzdienstleisters Fidelity Investments in Höhe von 225 Millionen US-Dollar machte Pinterest sogar zu einem der wertvollsten Social Media Unternehmen der Welt. Sein Marktwert wird auf etwa 3,8 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Doch was ist Pinterest?

Bei Pinterest ist der Name Programm. Zusammengesetzt aus den englischen Worten „to pin“ für „anheften“ und „interest“ für „Interesse“ bedeutet es so viel wie „Hefte an, was dir gefällt“. Und genau so funktioniert die Plattform auch. Auf sogenannten Boards werden Fotos, Grafiken und Videos wie auf einer virtuellen Pinnwand angeordnet und mit anderen geteilt. Sei es nun ein schickes Outfit, ein leckeres Gericht oder das neue Auto – alles liegt praktisch sortiert auf thematisch passenden Boards und kann dort von anderen „re-pint“ (also erneut geteilt) werden. Hier setzt der virale Effekt ein. Und da ein Großteil der Pins Re-Pins sind, ist der Grad an Viralität entsprechend hoch.

Pinterest-Nutzer folgen dabei nicht nur Firmen oder Personen, sondern auch Themen. Und dies bietet Ansatzpunkte für die Öffentlichkeitsarbeit. Es ist zwar wahr, dass die Mehrzahl der Nutzer weiblich ist, doch Pinterest kann viel mehr sein, als ein Netzwerk für Mode und Deko. Denn die Plattform bietet mehr Potenzial, als so mancher denkt.

Mehr als ein Fotoalbum

Dem Trend zur visuellen Kommunikation folgend, eignet sich Pinterest vor allem für Firmen, die über optisch ansprechendes Bildmaterial verfügen und auf visuelle Reize setzen. Ein Top-Kanal also beispielsweise für Bekleidung oder Lifestyle-Themen wie Design, Architektur, Kochen und Beauty. Aber auch echte Männerthemen aus dem Bereich Motor und Sport, das Thema Reisen sowie (Hör-)Bücher und Games gehören dazu.

Laut Social Media Knigge zieht Pinterest vor allem konsumfreudige Fans an. Die Nutzer sind tendenziell gebildet, über 20 und eher wohlhabend. Dies ist natürlich eine gute Voraussetzung, um über eine Marketingstrategie auch Umsatz zu generieren. Unternehmen, die die entsprechende Zielgruppe ansprechen, können mit einer Präsenz auf Pinterest ihr Marketingkonzept durchaus unterstützen. Kampagnen, die vor allem auf emotionale Bilder und stylische Bildwelten setzen, sind hier besonders gut aufgehoben. Dabei eignet sich die Plattform besonders für die Imagepflege und die Gewinnung von Kunden. Denn auch für Interaktionen über das reine Pinnen hinaus gibt es viele Möglichkeiten. User können beispielsweise dazu aufgerufen werden, ein Foto mit einem Produkt des Unternehmens zu pinnen oder an einem Gewinnspiel teilzunehmen.

Durch das mit der eigenen Website verknüpfte Unternehmensprofil kann man die Interaktion der Pinterest-User mit den eigenen Inhalten verfolgen. Darüber hinaus kann die Einbindung des Pinterest Accounts in andere Kanäle wie Facebook oder Twitter die Unternehmenspräsenz in sozialen Medien durch die visuelle Ausrichtung optimal ergänzen.

Die Analyse-Tools des Unternehmensprofils können dabei nicht nur Einblicke in die Vorlieben der Fans, sondern auch in die Assoziationen mit der Marke liefern. Man kann unter anderem verfolgen, welche Inhalte geteilt und weiterverbreitet werden.

Von der Theorie zur Praxis

Trotz der vergleichsweise kurzen Historie des Netzweks, sind die Pinnwände großer Unternehmen bereits prall gefüllt und im Gegensatz zu Facebook und Co. aufgeräumt und themen-bezogen sortiert. Außergewöhnliche, ansprechende, witzige und authentische Fotos sind dabei gefragt – keine Stock-Bilder.

Um zu veranschaulichen, wie unterschiedlich man mit der Bilder-Plattform umgehen kann, hier ein paar Unternehmensbeispiele:


NIVEA Deutschland

NIVEA Deutschland ging bei der Gestaltung klar auf die Interessen der Kunden und Fans ein. Neben den eigenen Produkten gibt es u.a. auch Pinnwände mit schicken Badeinrichtungen und Schönheitsrezepturen, die sich zum Teil auch nur mit Hausmitteln umsetzen lassen. Dieser Fokus auf die Bedürfnisse der Fans und Kunden schafft Vertrauen und Sympathie.

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Mercedes Benz

Mercedes präsentiert auf über 50 Pinnwänden nicht nur jede seiner Modellreihen, sondern auch die Unternehmensgeschichte sowie den dortigen Arbeitsalltag. So wird Pinterest neben der Produktpräsentation auch für das Employer Branding genutzt. Ästhetik, Technik und Innovation zeichnen die charakteristische Motivwelt aus. Allerdings könnte die enorme Vielfalt an Pinnwänden auf manche Kunden etwas  überfordernd wirken.

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Lindt Chocolate

Auch das traditionsreiche Unternehmen Lindt zeigt nicht nur eigene Produkte sondern auch Themen, die Fans und Kunden über die Schokolade hinaus interessieren. So werden zum Beispiel Traditionen aus aller Welt, Herstellungsprozesse sowie Hintergrundinfos zur Schokolade und anderen kulinarischen Highlights dargestellt.

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